Abgeschickt von (Ben) Xmph-Produktionen präsentiert am 12 August, 2000 um 14:51:10
PHIL ist ein erstaunlich umfassendes und vielseitiges Lernprogramm mit einer Reihe von verblüffenden Eigenschaften:
1) PHIL hat keine eigene, beschränkte Erscheinungsform, sondern kann sich in nahezu allem und jedem manifestieren – in belebten wie in unbelebten Objekten, in äusseren oder inneren Ereignissen, in Personen, Gegenständen, Handlungen, Erlebnissen, Gedanken oder Gefühlen, jederzeit und überall.
Omnivirtualität der Manifestation
2) PHIL ist nicht vorhersagbar und schwer zu fassen. Seine Manifestationen erscheinen in der Regel plötzlich und überraschend oder subtil und flüchtig. Er ist stets potentiell, niemals definitiv präsent.
Kontingenz, Spontaneität, Potentialität
3) PHIL kann bei trainierter Sensibilität an spezifischen Anzeichen (Aha-Effekte, subtile Verschiebungen mentaler Konfigurationen usw.) erkannt werden. Daß etwas Manifestation von PHIL war, wird einem in der Regel erst im Nachhinein aufgrund seiner Auswirkungen bewußt.
retroaktive, effektindizierte Identifizierung
4) PHIL bewirkt nicht etwa Konditionierung (= basales Lernen, Lernen0), auch nicht nur Veränderung von Konditionierung und Wissensgewinn (=eigentliches Lernen, Lernen1), sondern er trainiert in erster Linie die Fähigkeit, Lernen zu lernen (=Metalernen, Lernen2), d.h. die Fähigkeit, erlernte Routinen der Verhaltensanpassung neu anzupassen.
transroutiniertes Metalernen
5) PHIL eröffnet darüberhinaus die Möglichkeit zu erkennen, daß das letzte Ziel des Lernens undefiniert ist. Das heißt: Jedes vermeintliche Endziel muß letztlich durch fortgeschrittenes Metalernen ent-definiert werden. In PHIL ist kein Lernziel vorgegeben, sondern das Ziel wird seinerseits zum Objekt des Lernprozesses. Der Universalitätsanspruch von PHIL führt so den Lernenden in selbstbezügliche, zirkuläre Strukturen ein, die im Endeffekt jeglichen stabilen Meta-Standpunkt, privilegierten Beobachterstatus oder transzendentalen Rahmen kollabieren lassen. Dadurch trainiert PHIL einen Modus dynamischer Balance und fließender Integration (= Hyperlernen, Lernen3).
dynamisches Hyperlernen
6) PHIL bedeutet die Integration analytischer und reflexiver Fähigkeiten in den Erlebensstrom. Dadurch vermeidet er die gefährliche Sackgasse der Hyperreflexivität, die im high end-Bereich von Lernen2 zu neurotischer oder schizophrener Symptomatik führen kann (Stichworte: Selbstblockade durch Selbstbewußtsein, lebensweltlicher Solipsismus).
intuitionsintegrierte Transreflexivität
7) PHIL belebt die alte Tradition der Philosophie in ihrer eigentlichen Bedeutung. Philosophie ist Weisheit (griechisch sophia), welche im Durchlaufen von PHIL entsteht und von Liebe und Freundschaft (griechisch philia) untrennbar ist. Es ist Weisheit, die zugleich und gleichursprünglich mit Erfahrung entsteht: Die Ereignisse zeigen sich als ihre eigene Bedeutung.
ko-emergente Weisheit
8) PHIL erzeugt sich selbst aus dem nachhaltigen Gedanken an die Möglichkeit seiner Existenz.
ontologische Autopoiese
© Januar 2000. Benjamin Marius Schmidt, Xmph-Produktionen